Mia ist fünfzehn und schwer traumatisiert. Nach dem Tod ihrer Mutter zieht sie zu ihrer Tante und wird in die linke Kulturszene Berlins katapultiert. Jenseits von geregelten Familienverhältnissen versucht sie sich in einer Erwachsenenwelt zu etablieren, die skurriler ist, als es die Jugend je für möglich gehalten hätte.
Der Film Torpedo ist nämlich in jeder Beziehung anders, und das scheinbar aus dem Bauch heraus, ohne Filmschule und Dramaturgen. Was diesen Film ausmacht, ist seine ungewöhnliche Perspektive. Endlich gibt es einen Film aus der Sicht einer Jugendlichen. Damit ist keine Kameraperspektive gemeint, sondern eine Haltung und ein entlarvender Blick auf die Erwachsenen.
Hier ist nichts glatt gebügelt, auf schön getrimmt oder erklärt. Film pur, laut und unsauber, ein Glücksfall. Dass die Regisseurin und Autorin Helene Hegemann zum Zeitpunkt des Drehs erst 16 Jahre alt ist und mit 14 Jahren das Buch geschrieben hat, ist erstaunlich.
Auszeichnungen für diesen Film:
Max-Ophüls-Preis 2009 für den besten mittellangen Film.
Pressestimmen:
Ein formal bestechendes Debüt, das spielerisch immer wieder die filmische Illusion durchbricht, etwa durchs Aus-der-Rolle-Fallen der hervorragenden Darsteller, durch Asynchronitäten zwischen Bild und Ton und eine achronologische Erzählstruktur. Dabei gelingt der jungen Regisseurin ein erfrischender Blick auf eine linksresignative Erwachsenenwelt, der sie souverän zwischen Slapstick und Poesie den Spiegel vorhält. Filmdienst, Ulrich Kriest.
Das Debüt der erst sechzehnjährigen Helene Hegemann erzählt mit beeindruckender Unbeirrbarkeit im Niemandsland zwischen Genie und Wahn, mit viel Tempo und getreu dem bekannten Godard-Ausspruch, ein Film müsse einen Anfang, eine Mitte und ein Ende haben, wenn auch nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. FAZ, 28.10.2008, anlässlich der 42. Internationalen Hofer Filmtage, Rüdiger Suchsland.
Kein Film spürt dem Nachhall, den das Sterben bei den Überlebenden hinterlässt, so witzig, grotesk und tieftraurig nach wie Helene Hegemanns gut 40 Minuten langer Low-Budget-Film Torpedo, der als bester Beitrag unter den mittellangen Filmen ausgezeichnet wurde. FAZ, 02.02.2009, anlässlich des Filmfestivals Max Ophüls Preis, Tilman Spreckelsen.
DVD-Extras:
Interview mit Helene Hegemann (10 Min.).
Outtakes (17 Min.).
Kurzfilm Spassvögel 1 - Wenn Harry nicht wär (6 Min.).
Drehbuchauszüge.
Trailer.
Regie: Helene Hegemann.